Die Schule für 6- bis 15-Jährige

Nach dem Kinderhaus kommen die Kinder in die Schule. Diese wird in altersheterogenen Gruppen unterteilt.

Primaria I (PI)

6- bis 9-Jährige

Primaria II (PII)

9- bis 12-Jährige

Sekundaria (SI)

12- bis 15-Jährige

Dies ist ein wesentlicher Erziehungsgrundsatz: Einzelheiten lehren bedeutet Verwirrung stiften. Die Beziehung unter den Dingen herstellen bedeutet Erkenntnisse vermitteln.

Maria Montessori

Pädagogische Grundlagen der Schule für 6- bis 15-Jährige

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Sensible Phasen

Maria Montessori spricht von „sensiblen Phasen“, in denen das Kind für bestimmte Bereiche seiner Umgebung besonders zugänglich ist und sich dadurch diese Themen ganzheitlich aneignen kann.

Das „Being Human“-Modell von Solihin und Alicia Thom unterstützt – als zusätzliche Methode – die Entwicklung nach dem „Inneren Bauplan“, wie es Maria Montessori formuliert. Es unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, Eltern und Pädagog*innen.

2

Vorbereitete Umgebung

Die Pädagog*innen sorgen als Teil der Vorbereiteten Umgebung für eine liebevolle Atmosphäre des Vertrauens, in der Gedanken und Gefühle ernst genommen werden. Sie

  • beobachten,
  • begleiten und aktivieren Lernprozesse,
  • erzählen und helfen,
  • vermitteln zwischen Kind und Material.
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Der junge Mensch lernt in der Vorbereiteten Umgebung mit Entwicklungsmaterialien zu den verschiedenen Bereichen des Lebens.

Diese Materialien befinden sich strukturiert und übersichtlich in der Vorbereiteten Umgebung und sind an die Entwicklungsstufe der einzelnen Kinder in der Gruppe angepasst. Jedes Kind kann in seinem individuellen Tempo arbeiten und sich in seinem eigenen Rhythmus entwickeln.

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Sprache

Das Kind entwickelt entsprechend seiner sensiblen Phasen Interesse an Sprache. Durch das Material der Vorbereiteten Umgebung erlernen die Kinder Lesen, Schreiben und sprachliche Strukturen.

Die jungen Menschen erlernen Fremdsprachen durch mündliche und schriftliche Kommunikation. Native-Speaker und Auslandsaufenthalte sind eingeplant.

4

Mathematik

Das von Maria Montessori entwickelte Material für Mathematik zeichnet sich dadurch aus, dass dem jungen Menschen durch Tun und (Be-)Greifen schrittweise Wege vom konkreten Material hin zur Abstraktion eröffnet werden.

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Konfessioneller Unterricht mit konfessionsverbindenden Elementen und Projekten

Durch eine altersadäquate Auseinandersetzung mit biblischen Texten, durch Gespräche und Projekte werden die Kinder und Jugendlichen angeregt, sich mit Glauben auseinanderzusetzen. Das Kennenlernen und ein respektvoller Umgang mit anderen Religionen ist uns ein wichtiges Anliegen.

Gemeinsames Musizieren und Singen, Gespräche und Stilleübungen sind Bestandteile im Unterricht. Besonderes Augenmerk gilt unseren ökumenischen Gottesdiensten.

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Musisch-kreativer Bereich

Der musisch-kreative Bereich nimmt einen großen Stellenwert ein. Während der Freien Wahl der Arbeit entstehen z. B. Theaterstücke, die die jungen Menschen selber erfinden, sie nähen ihre Kostüme dazu und bauen die Kulissen. Sie werken, malen, knüpfen und töpfern. Im Sitzkreis singen und musizieren wir fast täglich. Manchmal setzen wir auch Schwerpunkte in Form von Projekten und Kursen unter Anleitung von Musikern, Schauspielern, Autoren etc.

7

Gesundheit und Bewegung

Die jungen Menschen haben täglich die Möglichkeit, das Bewegungsangebot im Bewegungsraum, auf der Bewegungsbaustelle und im Freizeitgelände Maria Enzersdorf zu nützen. Außerdem besuchen wir regelmäßig das Bundessportzentrum Südstadt für den Turn- und Schwimmunterricht. Während der Freien Wahl der Arbeit bewegen sich die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend, ohne dabei die anderen bei ihren Arbeiten zu stören. Darüber hinaus gibt es Projekte wie z. B. Schikurs, Schullandwoche, Waldwoche, Gesunde Jause und Kurse wie Eislaufen, Schwimmen, Jonglieren, Seiltanzen und vieles mehr.

8

Freie Wahl der Arbeit

In Maria Montessoris didaktischem System steht die Selbstbestimmung des Kindes in einem von Pädagog*innen vorgegebenen Rahmen und einer vorgegebenen Struktur im Mittelpunkt.

Bei der Wahl ihrer Tätigkeiten gehen die jungen Menschen verantwortlich mit sich, den anderen und der Vorbereiteten Umgebung um.
Um eine freie Wahl der Arbeit zu ermöglichen, finden regelmäßige Darbietungen statt. In einer Darbietung werden – einzeln oder in Kleingruppen – Inhalte bzw. Handhabung von Material erklärt und durch Geschichten die Begeisterung entfacht.

9

Freude an der Arbeit

In einer entspannten Atmosphäre können authentische Bedürfnisse wahrgenommen werden und dadurch intensive, freudvolle Lernprozesse stattfinden.

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Altersheterogene Gruppen

Unter dem Motto „Helfen und sich helfen lassen“ haben Kinder die Möglichkeit, miteinander und voneinander zu lernen.

Die Altersstufen der 6- bis 9-Jährigen, der 9- bis 12-Jährigen und der 12- bis 15-Jährigen lernen gemeinsam in jeweils einer Gruppe. Aus den täglichen Erfahrungen des Helfens und Sich-helfen-Lassens, der gemeinsamen Arbeiten von Älteren und Jüngeren entsteht eine große Lebendigkeit. Jüngere Schüler bekommen durch die älteren Impulse. Die Älteren haben die Möglichkeit, bekannte Inhalte mit den Jüngeren gemeinsam zu wiederholen und zu vertiefen. Mit dieser Methode erwerben die jungen Menschen auf ganz natürliche Weise eine hohe soziale Kompetenz.

Das 9. Schuljahr ist aus entwicklungspsychologischer Sicht sinnvoll und dient zur intensiven Auseinandersetzung mit Berufen, weiterführenden Schulen sowie der Kontaktaufnahme zu anderen Ländern und Kulturen.

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Stilleübungen

Stilleübungen bringen Körper, Geist und Seele zur Ruhe. Sie ermöglichen dem jungen Menschen das Finden seiner eigenen Mitte und seiner Beziehung zu Gott. Erst im Zustand der inneren Ruhe entstehen authentische Bedürfnisse, die den jungen Menschen bewegen, tätig zu werden und sein Potenzial zu entwickeln. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit sind Stilleübungen wichtige Fixpunkte im pädagogischen Alltag.

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Projekte und „Going Out“

Die Kinder lernen am besten durch Erfahrung und mit emotionaler Beteiligung im Rahmen von Projekten, die entweder von Pädagog*innen angeboten oder von den Kindern selbst gewählt werden.

Dazu unternehmen sie abhängig vom Grad der Eigenverantwortung eigenständig oder in Begleitung von Erwachsenen Ausgänge zu Museen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen, die zur Projektdurchführung notwendig sind.

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Exemplarisches Lernen

Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, sich in ihre Arbeit zu vertiefen. Sie bekommen viel Raum und Zeit dafür, damit ihr Wissens- und Erfahrungsdrang gesättigt werden kann. Am Exempel lernen die jungen Menschen Zusammenhänge erkennen.

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Fremdsprachen und Kurse

Der Fremdsprachenunterricht (Englisch und Spanisch) sowie der evang. und der röm.-kath. Religionsunterricht werden in Form von Kursen abgehalten, die regelmäßig das ganze Schuljahr hindurch stattfinden. Außerdem gibt es Kurse zu verschiedenen Themen über einen bestimmten Zeitraum für eine bestimmte Gruppe.

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Rückmeldungen

Die Kinder geben einander gegenseitig Rückmeldungen, erhalten Feedback von den Pädagog*innen und üben sich in einer realistischen Selbsteinschätzung.

Weiters werden in Elterngesprächen die Entwicklung und Leistungen der Schüler*innen erörtert. In diesem Rahmen präsentieren die Kinder ihre ausgewählten Arbeiten.

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Gemeinschaft

Lebendige Beziehungen der Kinder untereinander und zu den Pädagog*innen schaffen Raum für Lern- und Wachstumsprozesse. Gelebte Gemeinschaft wird in der ErLEBnisschule erfahrbar.

In unserer pädagogischen Arbeit ist es wichtig, dass Kinder, Eltern und Pädagog*innen eine Einheit bilden. Die tiefe Auseinandersetzung mit dem Potenzial jedes Kindes ist eine Herausforderung für alle Beteiligten.

Um den Entwicklungsfluss beim Kind zu gewährleisten, ist es nötig, dass Eltern und Pädagog*innen Bereitschaft zeigen, sich selbst weiterzuentwickeln, wobei die spirituelle Komponente eine wesentliche Rolle spielt. So ist gelebter Glaube in sich ein ständiger Bildungsprozess.

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Ethik und Respekt als Unterrichtsprinzip

Friedenserziehung, Verantwortung für sich selbst und andere, Respekt füreinander und für die Schöpfung stehen im Mittelpunkt. In den Stilleübungen wird die Beziehung zu sich selbst und zu Gott vertieft. Sozial-diakonische Projekte, Feste im Jahreskreis und Naturerfahrungen sind wesentliche Bestandteile des Unterrichts.

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Mediennutzung an der ErLEBnisschule

SMARTPHONEFREIER ALLTAG BIS 15

An der ErLEBnisschule liegt uns ein reflektierter und altersgerechter Umgang mit Medien aller Art besonders am Herzen. Wir möchten unsere Kindergartenkinder und Schüler:innen bestmöglich in ihrer Entwicklung von Selbstständigkeit, Autonomie, Authentizität und sozialer Kompetenz begleiten und ihnen ein entspanntes Gruppenklima ermöglichen, in dem sie nach ihrem eigenen inneren Bauplan arbeiten können.

 

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Wenn Soziale Medien oder Gaming die Kinder und Jugendlichen in ihren Bann ziehen, kann dies nicht umgesetzt werden. Daher hat sich unsere gesamte Schulgemeinschaft schon sehr früh für einen klaren, schützenden Rahmen entschieden: Bis zum Ende der neunten Schulstufe leben Kinder und Jugendliche frei von einem eigenen Smartphone. Auch zu Hause arbeiten alle Familien daran, ihnen einen weitgehend medienfreien Alltag zu ermöglichen.Warum ein medienfreier Alltag wichtig ist?

Wir leben aktuell in einer Welt, in der wir und unsere Kinder ununterbrochen medialen Reizen ausgesetzt sind und von diesen beeinflusst werden.

Ein wesentlicher Teil unseres pädagogischen Auftrags an der ErLEBnisschule ist es, den Kindern Raum zu geben, um neugierig, kreativ, empathisch, offen für Neues, naturverbunden, frei in ihrem Ausdruck und auch leistungsfähig sein zu können. Uns ist daher wichtig, dass Kinder nicht verfrüht und ohne tatsächlichen Bedarf in Kontakt mit digitalen Medien kommen. Damit kindliche Entfaltung ungestört möglich ist, sollte diese Begegnung angepasst an die jeweilige Entwicklungsphase passieren.

Denn häufige Smartphone- und Mediennutzung und dadurch oftmals einhergehende Reizüberflutung kann wichtige Lern- und Entwicklungsprozesse beeinträchtigen oder gar behindern. Die ständige Ablenkung erschwert konzentriertes Arbeiten und tiefes Verstehen. Digitale Geräte fördern zudem eher passiven Konsum und stellen ein nicht zu unterschätzendes Abhängigkeitspotential dar, bei dem eigenes Denken und kreatives Tun nicht mehr im Vordergrund stehen. So kann frühe, intensive Mediennutzung genau jene Fähigkeiten schwächen, die durch echte Erfahrungen gestärkt werden.

Beispielsweise werden durch das Schreiben mit der Hand Gehirnareale aktiviert, die für das Erinnerungsvermögen und die Handhabung von Informationen zuständig sind. Die Bewegungen der Hand fördern Feinmotorik und Hand-Augen-Koordination und unterstützen gleichzeitig die Konzentration.

Gut begleitet ist besser vorbereitet!

Gleichzeitig ist uns wichtig, dass unsere Kindergartenkinder und Schüler:innen bestens auf die digitale Welt vorbereitet werden. Digitale Grundkompetenzen, ein verantwortungsvoller Umgang mit Medien und vor allem das kritische Reflektieren dieser sind fest im Schulalltag verankert. Im Sinne einer altersadäquaten Entwicklung verzichten wir im Kinderhaus und in den ersten drei Schulstufen (Primaria I) bewusst auf die Nutzung digitaler Medien. Dies geschieht nicht zuletzt im Einklang mit den „sensiblen Phasen“ von Maria Montessori.

Ab der vierten Schulstufe (Primaria II) erhalten die Kinder die Möglichkeit, im schulischen Kontext Computer zu nutzen und bestimmte Arbeiten selbstständig digital zu bearbeiten. Dieser geschützte und pädagogisch begleitete Rahmen führt zu einem vertieften Lesen und Aufnehmen der Informationen.

Mit Beginn der siebten Schulstufe (Sekundaria I) wird die Verwendung des Computers altersadäquat erweitert. So wird in der Schule oder zu Hause u.a. MS Teams für schulbezogene Tätigkeiten verwendet. Für die Arbeit an individuellen Projekten und Präsentationen wird eine kompetente Onlinerecherche erlernt.

An der ErLEBnisschule verstehen wir digitale Geräte als Werkzeug und nicht als Mittel zur Selbstregulierung.

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Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit liegt der ErLEBnisschule sehr am Herzen. Im Verständnis der Montessori Pädagogik sehen wir uns als Teil eines großen Ganzen. Wir alle sind Teil des Kosmos und tragen Verantwortung! Jede:r von uns kann tagtäglich einen Beitrag leisten, damit Veränderung stattfindet. Sei es durch Engagement, Mitgestaltung, Empathie, Wertschätzung, Menschlichkeit, Finden von Problemlösungen, Verantwortungsgefühl, Respekt, Friedensstiftung,...
Wir achten als Schulgemeinschaft auf einen ressourcenschonenden Umgang in Hinblick auf Papier-, Wasser-, Strom-, Reinigungsmittel- und generellen Materialverbrauch, bauen bewusstseinsbildende Maßnahmen in den Alltag ein (Umgang mit Nahrungsmittel, Kleidung, Thematisierung des Schulwegs,...) und setzen altersentsprechende Schwerpunkte zu diversen Nachhaltigkeitsthemen in den jeweiligen Gruppen (Mülltheater, Anreise zu den Auslandsaufenthalten,...).

Wir bewegen uns nicht, um besser zu atmen oder uns zu ernähren, sondern um der spirituellen und universellen Welt zu dienen und damit dem Leben zu helfen

Maria Montessori

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